Wichtige Änderungen im Onlinehandel!

Ab 01. Juni 2014 werden erhebliche Änderungen im Bereich des Onlinehandels in Kraft treten!

Dies Neuregelungen dienen der Rechtssicherheit und Stärken die Position der Online-Händler. Allerdings zwingen diese Neuregelungen auch zu erweiterten Informationspflichten. Hierzu nun mein Blogbeitrag (nicht vollständig) im Einzelnen:

  • Widerrufsfrist: Zukünftig gilt ein einheitliches 14-tägiges Widerrufsrecht. Damit entfällt für die Händler Quadrat1Online-Handeldie Unterscheidung zwischen der Monats- und 2-Wochenfrist. Die Widerrufsfrist beginnt mit dem Erhalt der Ware und Unterrichtung über das bestehende Widerrufsrecht. Besteht die Bestellung aus mehreren gleichzeitig georderten Waren, beginnt die Frist mit der Erhalt der letzten Ware. Besteht die Bestellung aus regelmäßig wiederkehrenden Leistungen (Abo), etwa eine monatlichen Belieferung mit bestimmten Waren, beginnt die Widerrufsfrist mit Erhalt der ersten Warenlieferung.
  • Form des Widerrufs: Ebenfalls deutlicher sind die Regelungen über die Form, in welcher der Widerruf zu verfassen ist. Reichte es bisher aus, das der Kunde die Ware kommentarlos zurücksandte, muss er zukünftig den Widerruf eindeutig erklären. Hierzu kann der Händler dem Kunden ein vom Gesetzgeber vorgegebenes Formular mit der Ware, oder online zur Verfügung stellen. Erfolgt der Widerruf über das Onlineformular, muss der Händler sofort nach Erhalt des Widerrufs, den Eingang bestätigen.
  • Warenpreis und Kosten der Sendung zum Kunden: Der Kunde ist verpflichtet, innerhalb von 2 Wochen nach Erklärung des Widerrufs, die Ware an den Händler zurückzusenden, oder die Absendung zu belegen. Erst dann muss der Händler dem Kunden das Geld zurück überweisen. Die rückzuzahlende Geldleistung beinhaltet auch die Versandkosten für die Sendung zum Kunden, es sei denn, der Kunde hatte spezielle Versandwünsche, welche die Versandkosten erhöhten. In diesem Fall muss der Händler lediglich die Versandkosten für einen Normalversand zurückerstatten. Ihm stehen hierfür ebenfalls 14 Tage zur Verfügung.
  • Kosten der Rücksendung zum Händler: Die bekannte „40-Euro-Klausel“, wonach der Händler dem Kunden vertraglich die Rücksendekosten für solche Waren auferlegen konnte, welche einen Wert von 40,-€ nicht übersteigen, entfällt vollständig. Zukünftig hat der Kunde die Kosten der Rücksendung warenwertunabhängig selbst zu tragen. Wichtige Voraussetzung ist jedoch, dass der Händler den Kunden über die Kostentragungspflicht der Rücksendekosten unterrichtet hat. Natürlich kann der Händler dem Kunden freiwillig anbieten, die Kosten der Rücksendung auch zukünftig zu übernehmen und sich so einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.
  • Wertersatz: Auch die Frage nach einem Wertersatz bei Widerruf wegen Verschlechterung der Ware hat der Gesetzgeber nunmehr ausdrücklich geregelt. Wertersatz muss der Kunde leisten, wenn der Umgang mit der Ware so erfolgte, dass dieser für die Prüfung der Beschaffenheit, der Eigenschaften und der Funktionsweise der Waren nicht notwendig war und hierdurch ein Wertverlust eingetreten ist. Zusätzlich muss der Händler entsprechend der gesetzlichen Bestimmungen richtig über das Widerrufsrecht belehren.
  • Informationspflichten: Onlinehändler haben zukünftig weitergehende Informationspflichten. Zusätzlich zu den bereits bestehenden Informationspflichten haben Onlinehändler zukünftig auf Folgendes hinzuweisen: einen Termin, bis zu dem sich der Unternehmer verpflichtet hat, die Waren zu liefern; das Bestehen eines gesetzlichen Mängelhaftungsrechts und sofern vorhanden, Garantien. darüber hinaus muss der Onlinehändler den Kunden darüber belehren, dass er ein Recht zum Widerruf hat und dieses durch Erklärung gegenüber dem Unternehmer erfolgen muss, aber keiner Begründung bedarf. Er muss den Namen und die vollständige Anschrift mitteilen, an welcher der Widerruf zu richten ist und muss einen Hinweis auf Dauer und Beginn der Widerrufsfrist erteilen. Neben der Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen ist zu beachten, dass die entsprechenden Regelungen in den allgemeinen Geschäftsbedingungen unbedingt anzupassen sind. Wird diese versäumt, ist mit erneuten kostenpflichtigen Abmahnwellen zu rechnen.

Wenn Sie also Onlinehändler sind, sollten Sie unbedingt diese neuen wichtigen Änderungen beachten und rechtzeitig in Ihren Shops, den AGB`s etc. diese Änderungen einarbeiten.

Sollten Sie als unabhängiger Vertriebspartner oder Franchisenehmer einen Shop betreiben, weisen Sie bitte rechtzeitig den eigentlichen Shopbesitzer auf diese gesetzlichen Änderungen ab 01. Juni 2014 hin.

Weiterhin viel Spaß und gute Umsätze mit Ihrem Online-Shop wünscht Ihnen

Ihr Gerold FRANCK

Erfolgsmaßschneider und ALDInativ-Coach

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.